Teil 2: Die Vorschau auf die PTO-Mittelstrecken-Weltmeisterschaft

Teil 2: Die Vorschau auf die PTO-Mittelstrecken-Weltmeisterschaft

Die PTO-Meisterschaften stehen endlich vor der Tür, und es sieht nicht nur so aus, als würde es das größte Rennen des Jahres 2020 werden, sondern auch eines der am stärksten umkämpften Rennen in der Geschichte des Sports. Da nur eine Handvoll Namen fehlen und einige der größten ITU-Stars dabei sind, wird dieses Wochenende der umfassendste Showdown zwischen Langstrecken- und Kurzstreckenathleten sein, den wir je gesehen haben.

 

Männer

Bei den Männern fehlen die beiden deutschen Athleten Jan Frodeno und Patrick Lange, die sich in den letzten fünf Jahren den ersten Platz bei den Ironman-Weltmeisterschaften geteilt haben. Warum diese beiden Athleten nicht in Daytona dabei sind, ist noch unklar, und einige mögen sogar behaupten, dass keiner von beiden als Favorit starten würde. Die Nummer eins auf der PTO-Startliste ist HUUB´s Alistair Brownlee (GBR). Der zweifache Olympiasieger hat sich im Laufe des Jahres kontinuierlich verbessert und beeindruckt, und bei seinem letzten Einsatz hat er Vincent Luis (FRA) bis zum Schluss bedrängt, bevor er knapp unterlegen war. Brownlees Erfahrung über die längeren Distanzen, die ihn zum Ironman-Champion und zum Silbermedaillengewinner bei den 70.3-Weltmeisterschaften 2018 und 2019 gemacht hat, wird sich zweifelsohne auszahlen.

Wenn man von der aktuellen Form ausgeht, stellt Luis die größte Bedrohung für die ITU-Stars dar. Er bleibt 2020 ungeschlagen und hat auch seinen ITU-Weltmeistertitel von 2019 behalten. Der Favorit für die Olympischen Spiele in Tokio wird mit dem TT-Rad und dem Nicht-Drafting-Format nicht so vertraut sein, aber so wie er fährt, kann man ihm den Sieg nicht absprechen. HUUB´s Jonny Brownlee (GBR) und Henri Schoeman (RSA) sind neben Alistair zwei weitere Athleten, die man im Auge behalten sollte; sie standen in Rio auf dem Podium und werden sich auf der großen Bühne beweisen.

Weitere Anwärter sind Gustav Iden (NOR) und Javier Gomez (ESP), die beide einen beeindruckenden Lebenslauf vorweisen können, wobei ersterer als einer der Größten aller Zeiten gilt. Auch die Langstreckentalente sind immens, allen voran Sebastian Kienle (GER), Lionel Sanders (CAN) und Rudy von Berg (USA), aber es gibt noch zehn weitere, die das Zeug haben, auf das Podium zu kommen. Einer von ihnen ist Frederic Funk (GER) von HUUB; der junge deutsche Athlet gilt als einer, den man in Zukunft im Auge behalten sollte. Dieses Rennen wird mit Sicherheit ein Feuerwerk!

 

Frauen 

Das Rennen der Frauen ist etwas offener als das der Männer, was vor allem daran liegt, dass mehrere Athleten die Reise nicht antreten konnten. Die beiden größten Langstrecklerinnen der letzten Jahre, Daniela Ryf (SUI) und Lucy Charles (GBR), fehlen ebenso wie einige andere bemerkenswerte Athletinnen, denen man durchaus eine Top-10-Platzierung zutrauen würde. Von Seiten der ITU waren viele gespannt auf Flora Duffy (BER) und die HUUB-Athletinnen Jessica Learmonth (GBR) und Georgia Taylor-Brown (GBR). Alle drei haben in den letzten Jahren die ITU-Szene dominiert. Duffy war über weite Strecken der Jahre 2015 und 2016 unantastbar, und da viele ihrer Siege aus Solo-Breaks stammten, wurde immer über ihre Fähigkeiten in einem Format ohne Drafting spekuliert. Auch Taylor-Brown kam gerade von ihrem ersten Weltmeisterschaftssieg zurück.

Anne Haug (GER) ist an diesem Wochenende möglicherweise die Favoritin. Die deutsche Athletin entthronte Ryf und holte sich den Sieg bei den Ironman-Weltmeisterschaften 2019. Sie kommt aus der ITU-Szene und stand bei der WTS mehrfach auf dem Podium, unter anderem gewann sie 2012 das große Finale der WTS. Ebenfalls mit Anfängen in der ITU-Szene ist Nicola Spirig (SUI), sie ist wohl eine der erfolgreichsten ITU-Athletinnen der letzten zehn Jahre. Nicola gewann Olympiagold in London 2012 und Silber in Rio 2016 und ist 6-fache Europameisterin. Die 38-Jährige gewann 2014 auch den Ironman Cozumel und bewies damit, dass sie auch über die Langdistanz zu Höchstleistungen fähig ist. Holly Lawrence ist eine weitere namhafte Favoritin, die immer wieder auf den größten Bühnen der Langdistanz zu überzeugen weiß. Sie hat so ziemlich alle 70.3-Kontinentalmeisterschaften gewonnen und ist auch ehemalige 70.3-Weltmeisterin. Ihr jüngster Sieg in Cozumel vor einem Monat zeigt, dass sie in bester Form ist. 

Zu den weiteren Athleten, die man im Auge behalten sollte, gehören Sarah Crowley (AUS), Heath Jackson (USA), Laura Philipp (GER) und die aufstrebende Katrina Matthews (GBR), die in der Saison 2019/20 mit ihrem Sieg beim Ironman Florida auf sich aufmerksam gemacht hat. Fenella Langridge (GBR) von HUUB, die bei den 70.3-Europameisterschaften 2019 knapp hinter Holly Lawrence Zweite wurde, wird ebenfalls versuchen, einige Skalps zu holen. Wie bei den Männern wird auch dieses Rennen faszinierend sein!